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  • Armin Walter

Warnung vor "Rip-Deals" – Private Immobilienverkäufer aufgepasst!

Aktualisiert: Sept 12

Auf der einen Seite erreicht der Verkäufer mit seiner Anzeige im Internet viele Interessenten, die eine Immobilie kaufen wollen, auf der anderen Seite erreicht das Angebot aber auch Kriminelle, die nicht an der zu verkaufenden Immobilie interessiert sind, sondern an dem Geld des Verkäufers.

Ich möchten Sie aktuell an dieser Stelle vor so genannten Rip-Deals oder Vorauszahlungsbetrug warnen, einer seit Jahren funktionierenden Betrugsmasche, mit der Immobilienanbieter um ihr Geld gebracht werden.

So oder ähnlich gehen die Betrüger vor:

Die Immobilienanbieter erhalten einen Anruf oder eine Anfrage per Mail über das Immobilienportal indem sie ihre Immobilien anbieten. Eine Person gibt sich als Vermittler eines ausländischen Geschäftsmannes aus, der sich für die inserierte Immobilie interessiert.


Durch wiederholte Anrufe oder Mails wird suggeriert, dass es sich tatsächlich um einen ernsthaften Interessenten handelt, der sogar bereit ist, die volle Summe zu bezahlen - und zwar ohne Verhandlungen und ohne die Immobilie vorher gesehen zu haben.


Wenn eine Vertrauensbasis aufgebaut ist, wird der Immobilienverkäufer ins Ausland (z.B. Mailand, Turin, Amsterdam) eingeladen, um dort das Geschäft abzuwickeln. Wiederholt ist es vorgekommen, dass ein Treffen auch auf einem internationalen Flughafen stattfinden sollte – aber auch Treffen in Deutschland sind möglich.


Der Vermittler behauptet dann, dass zur Geschäftsabwicklung der Tausch von Euro in (zumeist) Schweizer Franken notwendig sei – denn der vermeintliche Käufer verfüge über eine größere Summe Schwarzgeld. Als Anreiz wird dem Immobilienbesitzer ein nicht unerheblicher Gewinn für das Tauschgeschäft angeboten.


Der Verkäufer soll also eine größere Summe Bargeld zum vereinbarten Treffpunkt mitbringen (in dem mir persönlich bekannten Fall, waren es 200.000 Euro).

Um auch skeptische Immobilienverkäufer von der Seriosität des Geschäftes zu überzeugen, tauschen die Betrüger zunächst einen kleinen Betrag in echte Schweizer Franken.


Später bei der Übergabe der gesamten Summe erhält der Verkäufer dann einen Koffer voll gefälschten Scheinen oder Geldbündel in dem nur der oberste Schein echt ist. Notfalls wird das Geld auch mit Gewalt entwendet.



Wie kann man sich schützen?

Seien Sie besonders vorsichtig bei Anfragen aus dem Ausland. Wickeln Sie den Verkauf Ihres Hauses immer in der Bundesrepublik ab und lassen Sie den Verkauf durch einen deutschen Notar beglaubigen. Machen Sie niemals Bargeldgeschäfte, sondern lassen den Geldtransfer immer nur durch Banken erfolgen.


Mein geschilderten Fall war besonders tragisch, da sich der Verkäufer das Geld von der Bank zusätzlich zu seiner Hypothek aufgenommen hatte. Der Banker hatte ihm zu diesem Deal geraten und ihn sogar auf die Reise nach Amsterdam begleitet.


Das Ende vom Lied war: die 200.000 Euro waren weg und der Kaufpreis war natürlich auch nicht geflossen. Dafür hatten sie einen Aktenkoffer mit wertlosem Inhalt. Durch die zusätzliche Hypothek war die Immobilie nun überschuldet und die Zwangsvollstreckung wurde angesetzt.

Nicht immer gehen solche Geschichten so glimpflich ab, wie in meinem Fall. Ich habe erst nachdem ich den Auftrag bekommen hatte, das Anwesen zu vermitteln, von diesem Drama erfahren. Die 200.000 Euro waren zwar verloren, doch die Zwangsversteigerung konnte abgewendet werden und der Kaufpreis hat die eingetragene Belastung getilgt.




Mit freundlichem Gruß


Ihr Armin Walter

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